Karate für Behinderte
Markus Singer betreibt trotz Behinderung seit vielen Jahren Karate. Im ersten Moment kann man es sich nicht vorstellen, dass jemand mit einer Beinprothese eine Kampfkunst wie Karate betreiben kann. Doch Markus Singer aus Dießen widerlegt alle Zweifel, denn er ist seit 1996 aktives Mitglied im Karate Club Hara in Horb.
Alles begann im Jahre 1982 als der damals 17-jährige sich einen Jugendtraum erfüllen und in Horb aktiv Karate betreiben wollte. In dieser Zeit bereitete er sich schon durch körperliches Training darauf vor mit dieser Sportart zu beginnen. Doch ein Schicksalsschlag machte ihm kurz zuvor einen Strich durch die Rechnung, denn bei einem schweren Unfall mit dem Moped verlor Markus Singer sein linkes Bein unterhalb des Knies. Mit Hilfe einer Beinprothese konnte er zwar das Gehen wieder erlernen, doch an sportliche Betätigung war zu jener Zeit keinesfalls zu denken. Dies sollte sich dann im Winter 1995 ändern, als er über einen Freund, der aktiv Karate betrieb, erneut Kontakt zum Karate Club Hara knüpfte.

Zögerlich wandte er sich an dessen ersten damaligen Vorsitzenden Ivo Krizanovic, um sich über die Möglichkeit zu informieren, trotz seiner Behinderung Karate zu betreiben. Dieser empfahl ihm daraufhin am nächsten Anfängerkurs teilzunehmen und so gut es geht mitzumachen. Und so konnte sich Markus Singer seinen Jugendtraum etwas verspätet doch noch erfüllen.
Allerdings war das erste Jahr sehr schwierig, da die Muskulatur vor allem auf der verletzten Seite schlecht ausgebildet war. So war diese Zeit geprägt von Muskelkater am ganzen Körper. Doch mit viel Ehrgeiz, Trainingseifer und Disziplin überstand er diese Phase. Außerdem wurde mit Hilfe seines Orthopädie-Mechanikers die Prothesentechnik verbessert und den auftretenden Belastungen angepasst.
Vor seiner Zeit beim Karate Club litt Markus Singer unter erheblichen Rückenproblemen, wodurch ihn die Ärzte schon fast im Rollstuhl sahen. Diese Probleme traten durch Fehlhaltung und die ungleichmäßige Belastung der Beine auf. Wie durch ein Wunder verbesserte sich sein Zustand seit der Aufnahme des Karatetrainings durch den damit verbundenen Aufbau wichtiger Muskelpartien stetig. So konnte er bereits nach einem Jahr Karatetraining bestätigen, dass die Rückenschmerzen wie weggeblasen seien.
Markus Singer kann ohne Zweifel sagen, dass sich seit der aktiven Teilnahme am Karatetraining seine Lebensqualität und dadurch auch seine Lebensfreude erheblich verbessert haben.
Markus ist seit 2004 Träger des ersten Dan.